Jetzt Chilis aussäen

Es muss nicht immer scharf sein ! Denkt man an Chilis oder Peperonis, ist die erste Assoziation Schärfe. Dabei gibt es die kleinen Paprikaverwandten auch weniger bis gar nicht scharf. Das Gute: Die milden Sorten bringen ungewohnt fruchtige oder rauchige Aromen mit.

Chilipflanzen sind äußerst pflegeleicht. Die kompakten, zwischen 20 und 120 cm hohen Pflanzen gedeihen an einem geschützten, sonnigen Platz auf Balkon oder Terrasse. Werden sie im Sommer ausreichend gegossen und einmal wöchentlich mit einem Tomatendünger verwöhnt, beglücken sie uns im Spätsommer mit ihren leuchtend bunten Früchten.

Kaum Schärfe, dafür viel Aroma.

Wie scharf eine Chili ist, gibt die Scoville-Skala an. Diese ist nach ihrem Entwickler Wilbur L. Scoville benannt und reicht von 0 scu für Gemüsepaprika bis zu 15 Millionen scu für reines Capsaicin, den scharfen Wirkstoff. Eine mittelscharfe `Jalapeno‘ bringt etwa 15000 scu

auf unsere Zunge. Milde Chilis liegen auf einer Stufe mit den Gemüsepaprika oder etwas darüber. Drängt sich nicht die prickelnde Schärfe auf der Zunge in den Vordergrund kommen die anderen Aromen in der Chilifrucht zum Tragen: Sie sind oft ausgesprochen süß-fruchtig, aprikosig oder zitronig, manchmal aber auch rauchig wie die Sorte „Pasilla Bajo“.

Zum Grillen, Füllen oder pur Genießen.

Meist sind es die großfruchtigen Chilis, die sanft und mild sind, z.B. „Sweet Banana“ oder „Anaheim“. Beide eignen sich beispielsweise gut, um sie mit Frischkäse zu füllen. „Cubanelle“ und „Gorria“ kommen fein gewürfelt in pikante Aufstriche aus Quark, Frischkäse oder Joghurt oder werden aufs Butterbrot gestreut. Aber auch Winzlinge können ausgesprochen mild sein, z.B. der aufrecht wachsende „Naschzipfel“ und „De Bico“

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, die wie herber Paprika schmecken. „Sweet Pickle“ wird süßsauer in Essig eingelegt. Einigen anerkannt superscharfen Sorten wie „Habanero“ wurde mittlerweile die Schärfe abgewöhnt. Die milde Sortenverwandte heißt „Vicentes Sweet Habanero“. Angenehme Schärfe bringen „Poblano“, „Glockenchili“ mit ausgebeutelten Früchten und die fruchtige „Trinidad Perfume“ mit. „Pimientos des Padron sind grüne Bratchilis, die in viel heißem Öl oder auf dem Grill blasig fritiert werden. Aber Vorsicht: Sie sind ein wenig gemein, denn ab und an wächst auch mal eine scharfe Chili an der sonst milden Pflanze.

Jetzt ist Aussaatzeit.

Chilis werden ab Mitte Februar auf der Fensterbank vorgezogen. Sie sind Lichtkeimer, sodass die Samen nicht mit Aussaaterde abgedeckt werden dürfen. Stellen Sie die Aussaattöpfchen am besten in ein Minigewächshaus. Wenn sich nach etwa drei Wochen die ersten Keimblätter zeigen, kann ab und zu gelüftet werden. Sobald die Pflänzchen vier Laubblattpaare haben, wird mit einem flüssigen Volldünger in halber Dosierung gegossen. Ende Mai dürfen sie dann an ihren endgültigen Standort.

Schön scharf.

Holen Sie sich auch eine schärfere Sorte auf die Terrasse. Die eignen sich sehr gut zum Trocknen. Attraktive Sorten sind „Crillo Sella“ mit kleinen, hängenden gelben Früchten und „Chinese-5-Colour“ mit zunächst lilafarbenen, über gelb und orange nach rot verfärbenden Früchten. „Habanero“ und „Scotch Bonnet“ haben gelbe, orange und rote, rundliche, leicht ausgebeulte Früchte.

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