Organisch düngen – wie und wann ?

 

Im Garten sind „künstliche“ Mineraldünger meist überflüssig; erst recht, wenn man über eigenen Kompost verfügt. Kompost und andere Naturdünger liefern den Pflanzen nicht nur alle nötigen Nährstoffe, sondern sorgen nachhaltig für einen fruchtbaren, humosen Boden.

Kompost bildet die ideale Grundlage für eine organische Düngung – nicht zuletzt, weil ihn jeder, der etwas Platz dafür in seinem Garten findet, aus Garten- und Küchenabfällen leicht selbst herstellen kann. Guter Kompost enthält eine vielfältige Mischung an Haupt- und Spurennährstoffen und ist zugleich ein hervorragendes Bodenverbesserungsmittel. Bei Bedarf kann man Kompost auch zukaufen: abgepackt in Gartencentern und Landhandel, meist lose und besonders preisgünstig bei Kompostwerken, Recycling- und Wertstoffhöfen.

Dünger, die Kompost ergänzen  –  Mist, etwa Pferdemist aus Reitställen, hat etwas höhere Nährstoffgehalte als Kompost. Am besten wird er vor der Verwendung kompostiert. Eine praktische Alternative ist abgepackter, getrockneter Rinderdung.

Organische Volldünger bieten den Vorteil, dass sie die Kernnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in genau ausgewiesenen, gleichbleibenden Anteilen enthalten. So eignen sie sich gut für eine gezielte Düngung, besonders von Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf. Sie können Kompostgaben ergänzen oder auch ganz ersetzen.

Soll eine Kompostdüngung nur mit bestimmten Nährstoffen „aufgestockt“ werden, stehen organische sowie weitgehend naturbelassene mineralische Handelsdünger zur Verfügung, außerdem selbst hergestellte Pflanzenjauchen. Ein hoher Stickstoffbedarf lässt sich gut mit Hornspänen oder -mehl decken, außerdem mit Brennnesseljauche. Für eine genau bemessene Kalium- und Magnesiumergänzung eignet sich Patentkali (Kalimagnesia). Rescht viel Kalium und Magnesium enthalten auch Beinwelljauche und Holzasche; Gesteinsmehle bieten vor allem Magnessium und diverse Spurennährstoffe. Mangelt es an Phosphor, helfen Thomasphosphat, Knochenmehl und Guano. Zum Aufkalken eignen sich kohlesaurer Algen- und Dolomitkalk.

Düngen zm rechten Zeitpunkt  –  Kalkdünger und andere langsam wirkende Mineraldünger wie Patentkali können Sie bereits im Herbst einarbeiten. Bei Kompost wäre es jedoch Verschwendung: So würden leicht lösliche Nährstoffanteile, besonders Stickstoff, schon über Winter ausgewaschen. Gut ausgereifter Kompost, organische Volldünger und Hornspäne werden deshalb am besten erst im Frühjahr, kurz vor oder direkt zum Säen und Pflanzen verteilt, bei mehrjährigen Pflanzen kurz vor oder zum Austriebsbeginn und, falls nötig, dann nochmals im Sommer. Noch nicht völlig vererdeter Frischkompost sowie Frischmist sollten allerdings schon zeitig zum Winterende oder im Vorfrühling ausgebracht werden, und zwar nur auf Beeten, auf denen später nährstoffliebende Pflanzen wachsen sollen. Man verteilt sie nur dünn und lässt sie einige Tage anrotten, bevor man sie einarbeiet.

Maßvoll dosieren, luftig einarbeiten  –  Bei grundsätzlich gut versorgtem Boden genügen für Gemüse-, Erdbeer- und Blumenbeete jährlich 1-3 l Kompost je qm, für Sträucher und Bäume 2-5 l je qm. Für Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf, z.B. Starkzehrergemüse wie Tomaten und Kohl, können noch 50-150 g Hornspäne und 10-30 g Kali pro qm hinzukommen, zum Nachdüngen später alle paar Wochen etwas Brennnessel- und Beinwelljauche. Den größten Nutzen haben Kompost und andere organische Dünger, wenn Sie sie nur etwa 5-10 cm tief einarbeiten, z.B. mit einem Grubber oder Kultivator. So schaffen Sie optimale Bedingungen für die saustoffliebenden Bodenorganismen, die dann – bei genügend Bodenwärme und -feuchte – die Nährstoffe nach und nach für die Pflanzen aufschließen und die schwerer zersetzbaren Anteile in wertvollen Humus umwandeln.

logl-stgt 2014

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